Zitat Zitat von Andy Beitrag anzeigen

Schaut eich einfach mal Beiträge von alten 935 oder 911 er an. Die Kisten haben in
den Ecken und gerade wenn es nass ist ein Eigenleben das wenn die Hände nicht auf
9 uhr 15 uhr sind sind Gegenmaßnahmen die ständig erfolgen sehr schwierig !

Das kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen, Andy!

Ich habe damals in den 80er Jahren (oder frühen 90ern) mal den 911 Carrera bewusst gegen den (von mir bevorzugten) Supra II Bi-Turbo getestet und mehrfach in den Grenzbereich gebracht, da schon damals die Porsche als "Heckschleudern" bekannt waren. Auch sah ich selber Unfälle mit 911ern bei relativ niedriger Geschwindigkeit auf Nässe, während ich selbst mit meinem Ascona B auf (allerdings sehr guten) Breitreifen damals unter selben Bedingungen noch deutlich schneller Kurven nehmen konnte!

Dabei stellte ich fest, wie schnell in der Tat ein alter 911er zum heftigen Ausbrechen neigte und gerade einige Eigenarten dieses Fahrzeugs (zum Beispiel musste man gelernt haben, RICHTIG das Gas wegzunehmen und nicht im falschen Moment - was die Ausbrechtendenz des 911ers nur noch verstärkt!) sollten dem jeweiligen Fahrer sehr gut bekannt sein.

Jedenfalls war das absolut kein "Anfänger-Spielzeug", unerfahrene Fahrer in Sachen Sportwagen sollten unbedingt die Finger davon lassen! Bei gleichen Bedingungen reagierte z.B. der Supra erheblich gutmütiger und lässt sich selbst nach (absichtlichen) Steuerfehlern und zu schnell gefahrenen Kurven wieder absolut spielend leicht "einfangen" - was ihn für Anfänger sicher deutlich angenehmer - und vor allem sicherer - machte.

Ich sags ganz ehrlich: Ohne vorher die ausreichend intensive Motorsport-Erfahrung durch meine Rallye-Fahrerei gehabt zu haben, hätte ich den 911er niemals mehrfach so gepeitscht und absichtlich heraus gefordert!
Ich wollte bewusst seine Eigenschaften testen und selber "erfahren", ob an den ganzen Gerüchten und Kritiken rund um Porsche wirklich etwas dran ist. Und worin genau der Unterschied zum Supra liegt (abgesehen davon, dass dieser den Porsche locker stehen ließ! Aber das war zu der Zeit bereits bekannt und deshalb liebte ich ihn auch).

Ja, der 911er neigte wirklich extrem zum Ausbrechen und der natürliche Reflex, in zu schnell gefahrenen Kurven dann plötzlich vom Gas zu gehen oder gar zu bremsen... wurde von ihm brachial bestraft!
Im Gegenteil musste man für ein sicheres Fahren bei ihm sogar in derartigen Fällen noch etwas mehr Gas geben (oder zumindest die Drehzahl halten), um dann noch sauber aus der Kurve zu kommen ohne schlagartiges Übersteuern durch extreme Heckdrift bei Lastwechsel.

Die Lastwechsel-Reaktionen bei dem Fahrzeug waren nicht zu unterschätzen. Das war ein ganz typischer Anfänger-Fehler zu der Zeit auf den 911ern, nämlich bei "Schock" schlagartig vom Gas zu steigen oder gar zu bremsen..
Wie das bei den späteren/heutigen Serien ist, weiß ich allerdings nicht. Habe länger keinen mehr gefahren.

Davon ab ist natürlich die richtige Handhaltung (sowie vor allem die Sitzposition!) am Lenkrad eh das A und O beim Fahren, nicht nur bei Porsche.
Das kann man nicht oft genug betonen und wird Anfängern im Motorsport als Allererstes beigebracht, da die meisten "Standard-Autofahrer" tatsächlich völlig falsch sitzen.
Das erlebe ich immer wieder, bis hin zur halben Liege-Position! Das würde ich als erstes abtrainieren, so kann man nicht (sicher) fahren...

Ok, beim "Cruisen" im Stadtverkehr mit 55-60 km/h habe ich auch meist nur 3 Finger und eben 1 Hand am Lenkrad, zugegeben. Die andere liegt oft locker auf dem Schaltknüppel oder dem Oberschenkel.
Aber immer unter der Bereitschaft, im Notfall sofort voll zuzupacken.
Dabei ist es auch noch akzeptabel, aber nicht bei hohen Geschwindigkeiten und kurvenreichen Strecken!
Auch ein Rennprofi fährt mit "Viertel vor 3 Stellung" (Fahrschulen haben früher oft "10 vor 2 gelehrt, das ist aber verkehrt!) und dazu sollte sich auch niemand zu schade oder zu stolz sein im Sport.

BTW: Herzlichen Glückwunsch an Grip zu dem tollen Erfolg!